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Agenturpreise in der Berichterstattung lesen, ohne sich täuschen zu lassen
Rankings und Honorarumfragen in der Fachpresse sind nützlich — wenn man weiß, was sie bewusst auslassen.
Jedes Frühjahr erscheinen in den Marketingmedien Übersichten zu Agenturhonoraren, Pitch-Kosten und Tagessätzen. Sie werden in Meetings gerne als „Markt“ zitiert — und selten hinterfragt.
Was oft fehlt: die Trennung zwischen Kreativ-, Media- und Beratungsleistungen; die Frage, ob Retainer oder Projektbasis gemeint ist; und ob die befragten Agenturen überhaupt vergleichbare Mandantengrößen bedienen. Ein Tagessatz aus einer Netzwerkagentur in München sagt wenig über eine Boutique in Brandenburg aus.
Wir empfehlen, solche Artikel als Gesprächseinstieg zu nutzen, nicht als Preisliste. Notieren Sie die Annahmen, die der Text selbst macht — und fragen Sie Ihre Partnerinnen, welche Positionen bei ihnen tatsächlich anders kalkuliert werden.
Wer vor einer Ausschreibung steht, kommt mit einer Themenrecherche zur aktuellen Berichterstattung oft weiter als mit dem reinen Vergleich von Durchschnittszahlen.