Journal
Warum wir Branchenmeldungen gegenlesen, bevor wir sie weitergeben
In der Eile der Nachrichtenlage geht oft verloren, wer eigentlich spricht — und wessen Interesse der Artikel bedient.
Unser Dispatch ist kein Nachrichtenroboter. Jede Ausgabe entsteht aus demselben Arbeitsschritt: Quelle öffnen, Absender prüfen, Behauptung gegen eine zweite Stimme halten, erst dann kürzen.
Das klingt selbstverständlich — und scheitert dennoch häufig an Zeit. Pressemitteilungen zu Agenturzusammenschlüssen, neuen Mediagesellschaften oder Kreativpreisen wandern oft ungeprüft in Kurzmeldungen. Wer sie ungefiltert in interne Chats weiterleitet, multipliziert den Spin.
Wir halten in Briefings fest, welche Meldung von wem initiiert wurde und welche unabhängige Beobachtung fehlt. Manchmal ist das Ergebnis: „Heute keine belastbare Neuigkeit — nur Wiederholung.“ Auch das ist eine Dienstleistung.
Für Leserinnen unseres Journals gilt dieselbe Haltung: Misstrauen Sie Überschriften, die mit „revolutioniert“ oder „neues Zeitalter“ beginnen. Die Marketingbranche produziert genug echte Veränderungen — sie brauchen keine Aufblähung.